Johannes Markus, der Autor des Markus-Evangeliums

Johannes Markus, meist nur Markus genannt, ist der Verfasser des gleichnamigen Markus-Evangeliums. Manche nennen dieses Evangelium auch Petrus-Evangelium, weil Markus viele seiner detaillierten Informationen vermutlich vom Apostel Petrus bekommen hat.

Die Familie des Johannes Markus

Sein Name ist Programm: Johannes bedeutet „Der Herr ist gnädig“, Markus ist lateinisch für „Hammer“. Was wissen wir über das Leben des Johannes Markus (nachfolgend Markus genannt)?

1 Petrus ging zum Haus von Maria, der Mutter des Johannes, der den Beinamen Markus trägt. Dort war eine große Zahl von Christen zum Gebet versammelt. (Apostelgeschichte 12,12)

Seine Mutter heisst Maria und ist eine gottesfürchtige Jüdin. Nach ihrer Bekehrung zum Christentum wird ihr Haus zum Mittelpunkt der Jerusalemer Gemeinde 1.

2 In der Gemeinde von Antiochia gab es eine Reihe von Propheten und Lehrern, darunter Barnabas.“ (Apostelgeschichte 13,1)

Der Onkel von Markus ist Barnabas, ebenfalls ein Jude, der sich zu Jesus und zum Christentum bekehrt hat, ein Judenchrist. Barnabas verfügt über die Gabe eines Propheten und Lehrers 2.

Markus erfährt schon in jungen Jahren eine christliche Prägung. Vielleicht war er Augenzeuge der letzten Tage Jesu und der Gründung der Urgemeinde in Jerusalem.

Die Missionsreisen

3 Paulus und seine Begleiter brachen wieder auf; sie bestiegen ein Schiff und fuhren von Paphos nach Perge in Pamphylien. Dort trennte sich Johannes Markus von Paulus und Barnabas. (Apostelgeschichte 13,13)

Sicher ist, Markus begleitet Paulus und Barnabas auf ihrer ersten Missionsreise. Aus unbekannten Gründen bricht Markus die Reise jedoch ab und kehrt nach Jerusalem zurück 3.

Dieser Wankelmut führt zu einer ernsthaften Auseinandersetzung zwischen Paulus und Markus Onkel Barnabas. Paulus will Markus auf die zweite Missionsreise nicht mitnehmen, Barnabas reist deshalb allein mit Markus nach Zypern.

Markus in Rom

4 Aristarch, mein Mitgefangener, und Markus, der Vetter von Barnabas, lassen euch grüßen. (Kolosser 4,10)

Später muss eine Aussöhnung stattgefunden haben, denn wir treffen Markus als Mitarbeiter von Paulus (Philemon 24) während dessen erster Gefangenschaft in Rom wieder 4.

5 Lukas ist der Einzige, der noch bei mir ist. Bring, wenn du kommst, Markus mit; er wäre mir bei dem Dienst, den ich hier zu erfüllen habe, eine große Hilfe. (2. Timotheus 4,11; NGÜ)

Auch während seiner zweiten Gefangenschaft verlangt Paulus ausdrücklich nach der Anwesenheit von Markus und seinem Dienst5.

Markus kommt dieser Bitte nach.

6 Die Gemeinde hier in Babylon [Deckname für Rom], die wie ihr von Gott erwählt ist, lässt euch grüßen; ebenso grüßt euch mein Sohn Markus. (1. Petrus 5,13)

Ausserdem erfahren wir, dass Markus ein enges Verhältnis zum Apostel Petrus genießt, der ihn „Sohn“ nennt6.

Markus’ Zeit in Rom und seine enge Verbindung zu verschiedenen Schlüsselfiguren des frühen Christentums haben wichtige Bedeutung für die Abfassung des Markus-Evangeliums.