Christliche Geschichte zur Vergebung

Hier ist eine kleine, aber wie ich meine feine Geschichte, die einen Aspekt der Vergebung wunderbar beleuchtet. Die Geschichte eignet sich auch gut zum Vorlesen, das Inuit-Wort für Vergebung sollte man vorher allerdings vielleicht einmal üben …

Die Herrnhuter Brüdergemeine ist unter anderem für ihre große Liebe zur Mission bekannt. Weltweit und unter den härtesten Bedingungen hat sie ihre Missionare ausgesandt und viel zur Verbreitung des Wortes Gottes beigetragen. Und auch, wenn du noch nie etwas von dieser evangelischen Kirche gehört hast, kennst du vielleicht die Losungen oder die Herrnhuter Sterne. Beides hat ihren Ursprung bei ihnen.

Na ja, kommen wir zur Geschichte:

Issumagijoujungnainermik

Bereits im Jahr 1752 war es ein Herrnhuter Missionar, der die erste Missionsreise nach Labrador organisierte. Sein Name war Johann Christian Erhardt und die von ihm gegründete Missionsstation trug den schönen Namen „Hoffnungsthal“. Er selbst starb nur Wochen nach seiner Ankunft eines gewaltsamen Todes und es sollte noch viele Jahrzehnte dauern, bis die Missionsbemühungen reiche Früchte tragen würden.

Neben all den Widrigkeiten tauchte auch ein spezifisches Problem auf, das wir uns heute genauer ansehen wollen. Die Missionare machten nämlich eine Entdeckung:

Eskimos haben kein Wort für Vergebung.

Was tun? Es ist schwer, über etwas zu sprechen, wenn es kein Wort dafür gibt. Letztlich konnten sie nur eine Sache tun, um dieses Problem zu lösen: Gemeinsam mit den Inuit entwickeln sie ein Wort.

Sie erklären ihren Schützlingen das „Konzept“ von Vergebung. Was ist Vergebung, was bedeutet sie, was zeichnet sie aus und warum ist sie wichtig? All diese Fragen und viele mehr werden in langen Stunden besprochen und immer wieder anders ausgedrückt.

Schließlich entwickelt sich das folgende Wort:

Issumagijoujungnainermik

Dieses Wort steht für das, was wir unter Vergebung verstehen.

Für uns Europäer und Nicht-Inuit-Sprechende ist es eine lange Aneinander-Reihung von Buchstaben. Wir können es kaum aussprechen (und beim Schreiben gerade eben musste ich in Drei-Buchstaben-Blöcken schreiben).

Ein Inuit aber hat mit diesem Wort einen Ausdruck, der eine schöne Bedeutung unserer Vergebung hervorhebt. Würde man es wortwörtlich in unsere Sprache übersetzen, dann bedeutet es Folgendes:

Nicht-mehr-in-der-Lage-sein-darüber-nachzudenken.

Ich glaube, es lohnt sich, über diese Bedeutung einmal nachzudenken.

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