Das Doppelgebot der Liebe

Das Doppelgebot der Liebe ist das wichtigste Gebot für jeden Christen. In diesem zweifachen Liebesgebot sind die Liebe zu Gott und die Nächstenliebe enthalten. Wer dieses Gebot hält, der tut das, was Gott tatsächlich will.

Doppelgebot der Liebe

Auf einen Blick

  • Das Doppelgebot der Liebe findest du in der Bibel in Matthäus 22,36-40 und Markus 12, 29–31.
  • Manche bezeichnen es auch als Dreifachgebot der Liebe, da Jesus auch die Liebe des Menschen zu sich mit einschließt. Andere sprechen schlicht vom Liebesgebot.
  • Alle (anderen) Gebote Gottes sind in diesem Gebot enthalten. Wer das Liebesgebot erfüllt, erfüllt „automatisch“ alle anderen Gebote (ist das nicht fantastisch?).

Was ist das Doppelgebot der Liebe?

Der Ausdruck „Doppelgebot der Liebe“ kommt in der Bibel nicht vor. Er ist eine Bezeichnung, die wir Menschen erfunden haben, um drei spezielle Bibel-Abschnitte zu benennen, in denen Jesus über das Liebesgebot spricht.

Der Ausdruck ist entstanden, weil Jesus neben der Gottesliebe auch die Nächstenliebe benennt.

Man kann sagen, dass dieses umfassende Liebesgebot die Essenz des Christentums darstellt. Es ist das wichtigste Prinzip des christlichen Glaubens. Jesus selbst hat dieses Prinzip perfekt gelebt, er ist die Verkörperung dieses Prinzips.

Bibelstellen

Wo findet sich das Doppelgebot der Liebe in der Bibel?

Jesus thematisiert das sogenannte Doppelgebot der Liebe an drei Stellen im Neuen Testament:

Markus-Evangelium

Markus beschreibt in seinem Evangelium, wie ein Schriftgelehrter an Jesus herantritt und ihm eine Frage stellt: „Welches ist das wichtigste von allen Geboten?

Diese Frage hat für uns Menschen die allergrößte Bedeutung, denn die Antwort darauf gibt uns einen entscheidenden Hinweis darauf, was Gott will. Jesu Antwort auf diese Frage ist eindeutig: 

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe, mit deinem ganzen Verstand und mit aller deiner Kraft! An zweiter Stelle steht das Gebot: ›Liebe deine Mitmenschen wie dich selbst!‹“ Kein Gebot ist wichtiger als diese beiden.“ (Markus 12,30-31)

Matthäus -Evangelium

Eine ähnliche Begebenheit erzählt uns auch das Matthäus-Evangelium. Dort ist es ein Gesetzeslehrer, der Jesus dieselbe Frage stellt. Seine Motivation ist allerdings eine andere: Er möchte Jesus „eine Falle stellen“, um ihn anklagen zu können.

Matthäus gibt die Antwort Jesu beinahe wortgleich wieder. Doch er fügt eine wichtige Aussage hinzu, die dem Gesetzeslehrer die Schamröte ins Gesicht getrieben haben dürfte:

Mit diesen beiden Geboten ist alles gesagt, was das Gesetz und die Propheten fordern (Matthäus 22,40).

Mit anderen Worten: „Du Depp, du siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht. Gott will, dass wir lieben. Das ist der Kern der unzähligen Gesetzestexte, die du mir immer wieder um die Ohren schlägst. Verstehst du es denn nicht?“

Lukas-Evangelium

Lukas erzählt von derselben Begegnung Jesu mit dem Gesetzeslehrer. Dort führt Jesus den Mann richtiggehend vor. Er lässt ihn auf seine Frage hin das Liebesgebot selbst zitieren und sagt dann in aller Deutlichkeit:

„Tu das, und du wirst leben.“ (Lukas 10,28)

Der Gesetzeslehrer versucht sich zu rechtfertigen und stellt eine weitere Frage: „Und wer ist mein Nächster?“. Ich persönlich glaube, er ist ehrlich an der Antwort interessiert, denn Jesus antwortet mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter. 

Am Ende dieses Gleichnisses lässt er den Mann seine Frage wiederum selbst beantworten. Dieser antwortet richtig und Jesus fordert ihn ein zweites Mal auf: 

„Dann geh und mach es ebenso!“ (Lukas 10,37)

Altes Testament

Jesus zitiert in seinen Liebesgeboten die Thora (übersetzt: Lehre, Weisung). Die Thora ist der erste Teil des Tanach, der Bibel des Judentums. Wir Christen kennen die Thora als die fünf Bücher Mose bzw. als das mosaische Gesetz.

Jesus bezieht sich auf folgende Bibelverse:

Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. (5. Mose 6,5)

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! (3. Mose 19,18)

Wie kann sich das Liebesgebot im praktischen Leben zeigen?

Vielleicht fragst du dich, wie man das Liebesgebot im täglichen Leben umsetzen kann. Manche sagen: „Das geht überhaupt nicht.“ und versuchen es gar nicht erst. Bestenfalls denken sie vereinzelt einmal daran und tun dann „etwas Gutes“. Im schlechtesten Fall nicht einmal das.

Andere denken: „Das ist schon eine tolle Sache mit der Liebe, ich will es probieren und im Rahmen meiner Möglichkeiten umsetzen.“ Ich persönlich glaube, von diesen Menschen gibt es eine ganze Menge. Oft sind es die Menschen, die auch die Bergpredigt „toll“ finden, ansonsten aber nicht viel mit dem Christentum am Hut haben. Gehörst du auch dazu? Die schlechte Nachricht ist, dass du dich immer abmühen wirst … aber dennoch nichts erreichst.

Es gibt nur eine Möglichkeit, das Liebesgebot wirklich „auszuleben“. 

Aus eigener Kraft können wir nicht lieben, wie Jesus es von uns verlangt … und übrigens eindrucksvoll vorgelebt hat. Niemand kann das, auch kein Ghandi, Luther, Papst oder irgendjemand Heiliges, der dir einfällt. Keine Chance.

Lieben wie Jesus können wir nur, wenn wir mit Jesus verbunden sind.

Lies selbst in der Bibel und lass dich mitnehmen in ihre Wunder. Du wirst es nicht bereuen.

Wichtige Fragen zur Liebe knackig beantwortet

In welchem Buch der Bibel geht es um Liebe?

Eine markante Bibelstelle ist das Hohelied der Liebe, ein Lobgesang auf die Liebe in 1. Korinther 13. Man kann aber auch sagen, dass es in der gesamten Bibel um die Liebe geht, denn die Bibel handelt von Gott und „Gott ist Liebe“ (1. Johannes 4,8)
 

Was bedeutet das Gebot der Nächstenliebe?

Das Gebot der Nächstenliebe bedeutet, dass wir andere so behandeln sollen, wie wir selbst behandelt werden möchten. Dazu gehört ein respektvoller, freundlicher, mitfühlender und helfender Umgang.

Warum hat Gott uns die zehn Gebote gegeben?

Die 10 Gebote regeln unser Zusammenleben. Die ersten vier Gebote befassen sich mit der Beziehung zwischen Mensch und Gott, während die letzten sechs davon handeln, wie wir miteinander umgehen sollen.
 

Wie kann man ein barmherziger Samariter sein?

Ein barmherziger Samariter zu sein bedeutet, anderen zu helfen, wenn sie Hilfe brauchen. Wenn du jemanden siehst, der verletzt, krank oder hungrig ist, bietest du ihm Hilfe an. Der Schlüssel ist, selbstlos zu tun, was du kannst.
 

Was ist das höchste Gebot?

Das höchste Gebot lautet: „Liebe Gott. Und liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Das bedeutet, dass wir andere so behandeln sollen, wie wir selbst behandelt werden möchten. Wir können das, wenn wir in Gottes Liebe sind.

Quellen und Verweise

Sketch Bibel – Das Doppelgebot der Liebe (YouTube)