Warum hat Jesus nicht selbst geschrieben?

Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt es meiner Meinung nach nicht.

Allerdings können wir den wahrscheinlichen Grund dafür, dass Jesus kein Buch geschrieben hat, herleiten. Dazu schauen wir in die Bibel, denn dieses Buch enthält alles, was wir über unsere Beziehung zu Jesus wissen müssen.

Lass uns mal schauen …

Eine grundsätzliche Überlegung zum Glauben

¹ Johannes 16,5: „Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat …“

Beim letzten Abendmahl schockiert Jesus seine Jünger. Er teilt ihnen mit, dass er sie verlassen wird ¹. Bald werden sie „auf sich allein gestellt“ sein. Das macht ihnen Angst.

Verständlich, oder?

Jesus verspricht: „Gott wird euch an meiner Stelle den Heiligen Geist schicken!“ Und das ist gut, denn mit einem „physischen Jesus“ hätten die Jünger niemals gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen. Immer hätten sie gewartet, was er tut. Nie hätten sie gelernt, auf ihre eigene, innere Verbindung zu Gott zu vertrauen.

Der Glaube hätte sich darauf konzentriert, den physischen Jesus zu sehen und zu hören.

Die Verbreitung des Evangeliums wäre stark eingeschränkt gewesen. Niemals hätten die Jünger eigenständig große Reisen und Gemeinde-Gründungen unternommen. Und das ist nur ein Beispiel …

Angenommen, Jesus hätte selbst ein Buch geschrieben. Was würde passieren?

Ich denke, insbesondere zwei Dinge:

Erstens: Viele Menschen würden dazu neigen, die von Jesus geschriebenen Texte höher zu bewerten als den Rest der Bibel.

In manchen Bibelausgaben ist die wörtliche Rede Jesu in Rot gedruckt. Und die sogenannten Red-Letter-Christians (Rote-Buchstaben-Christen) sind eine Bewegung, die diesen „roten Worten“ besondere Bedeutung beimessen. Als ob sie „wichtiger“ wären …

Das ist nicht gut. Denn die Bibel betont, dass jedes Wort wichtig ist. An keiner Stelle ist die Rede davon, dass ein Teil wichtiger sei als der andere.

Zweitens: Würden Original-Rollen mit Jesu Schriften auftauchen, würden diese als Reliquien verehrt. Menschen würden diese Rollen anbeten und ihnen einen Stellenwert geben, der ihnen nicht zusteht.

Du meinst, ich übertreibe? Hmm, sieh es mal so: Jesus hatte nur einen Besitz: Seine Kleidung. Und Gott sorgte dafür, dass auch dieses Wenige, das er besass, bereits während seiner Kreuzigung von römischen Soldaten „mitgenommen“ wurde und auf diese Weise der Nachwelt entzogen wurde.

Gott kennt uns sooo gut.

Übrigens: Es ist prinzipiell der gleiche Grund, weshalb uns die Bibel nichts über Jesu Aussehen erzählt und nur sehr wenig über seine Kindheit.

Stell dir nur einmal vor, wie die Menschen ausflippen würden, wenn jemand Ähnlichkeit mit Jesus hätte. Wie viel Streit und Stress würde es deshalb geben …

Angaben zu Jesu Kindheit können wir ebenfalls nicht vertragen. Sie würden uns nur dazu verführen, unwichtige Details zu hoch zu bewerten und dabei das Einzige aus dem Auge zu verlieren, was wirklich zählt:

Unsere persönliche Beziehung zu Jesus.

Es ist ausschließlich die Beziehung zu Jesus, die uns rettet.

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Johannes 16,5: „Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat …“

Johannes 19, 23: „Die vier Soldaten, die Jesus gekreuzigt hatten, teilten seine Kleidung unter sich auf. Auch sein Untergewand nahmen sie an sich.“

2 Timotheus 3,16: Die ganze Schrift ist von Gottes Geist gegeben und von ihm erfüllt. Ihr Nutzen ist entsprechend: Sie lehrt uns, die Wahrheit zu erkennen, überführt uns von Sünde, bringt uns auf den richtigen Weg und erzieht uns zu einem Leben, wie es Gott gefällt. (NeÜ)

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