Gelebte Nächstenliebe gestern und heute

Margaret Mead gilt als eine Wegbereiterin der sexuellen Revolution.

Weltberühmt wurde die Ethnologin durch ihre Forschungsreisen 1931 nach Neuguinea. Ihre Ergebnisse gaben den Sozialwissenschaften völlig neue Impulse. Insgesamt erforschte Mead sieben Kulturen im Südpazifik.

Neulich las ich eine kleine Anekdote, in der diese großartige Wissenschaftlerin uns etwas über die Nächstenliebe beibringt. 

Eines Tages fragt ein Reporter während eines Interviews: „Wenn Sie eine Kultur erforschen, was ist für Sie das früheste Zeichen von Zivilisation?“ 

Als Antwort erwartet er so etwas wie: ein Angelhaken, ein Tontopf, ein Werkzeug, irgendetwas in der Art.

Aber Mead antwortet: „Ein geheilter Oberschenkelknochen.“

???

Mead erklärt: „Wo das Gesetz des Dschungels herrscht, wo es um das Überleben des Stärkeren geht, da gibt es keine geheilten Oberschenkelknochen. Denn eines ist klar: Ein geheilter Knochen zeigt, dass sich jemand gekümmert hat. Jemand hat das Jagen und das Sammeln für den Verletzten übernehmen, sonst hätte er nicht überlebt.“

Mit anderen Worten: 

Mitgefühl ist das erste Zeichen der Zivilisation.

Was unterscheidet gelebte Nächstenliebe von Mitgefühl?

Mitgefühl lässt sich nicht „beweisen“. Woher sollen wir wissen, ob vor tausenden von Jahren ein Mensch Mitgefühl hatte?

Wir können Mitgefühl nur erkennen, wenn es zu einer Handlung führt, deren Ergebnis wir sehen können. Da hat eine Jagdgemeinschaft Mitgefühl mit einem Verletzten und pflegt ihn gesund. Diese Pflege können wir dann zum Beispiel an einem geheilten Oberschenkelknochen sehen.

Voilá!

Mich hat das auf eine Formel gebracht, die ich dir hier aufschreibe und damit den Mutmacher von heute beende:

Nächstenliebe = Mitgefühl + Handlung

Ist das cool?

Wer verkörpert diese Formel wie kein Anderer?

Na klar … Jesus.

Jesus ist die Nächstenliebe in Person.

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