George Washington Carver

George Washington Carver (1864-1943) erlangte weltweite Bekanntheit für seine Arbeit als Wissenschaftler und Botaniker.

Carver war ein toller Mann, von dem wir viel abschauen und lernen können. Sein Leben wurde durch seine Liebe zu Jesus Christus und zu seinen Mitmenschen bestimmt. Kann man das auch über uns sagen, wenn wir einmal gegangen sein werden?

Diese Artikel enthält im ersten Teil eine Geschichte über Carver, die sich auch zum Vorlesen eignet.

Im zweiten Teil gibt es interessante und kurzweilige Informationen zum Menschen George Carver, seinem Leben, seinem Glauben und seinem Werdegang.

George Washington Carver: Seine Geschichte

1864 wird im ländlichen Missouri ein kleiner Junge geboren.

Sein Leben beginnt wie ein regelrechter Kriminalschmöker: Sklavenräuber entführen ihn und seine Mutter. Und während sein ursprünglicher Besitzer den kleinen George zurückholen kann, bleibt seine Mutter verschollen.

Der vollständige Name des Jungen lautet George Washington Carver.

Dieser Name sagt dir jetzt vielleicht noch nichts, doch ich möchte dir etwas verraten: Carver wird später in seinem Leben ein bekannter Biologe und Chemiker, der in erster Linie für eine Sache weltbekannt wurde:

Carver entwickelte über dreihundert Produkte aus der Erdnuss.

Was man aus Erdnüssen entwickeln kann? Käse, Rasiergel, Färbemittel, Linoleum, Druckerschwärze und Espressopulver zum Beispiel. Das beeindruckt dich vielleicht nicht, doch es ist Carver, dem wir auch die allererste Erdnussbutter zu verdanken haben. (Vielleicht würde es ohne ihn kein Nutella geben?) Wie auch immer … George Washington Carver ist ein tiefreligiöser Mann. Was ihn vorwärtstreibt und einen unermüdlichen Kämpfer aus ihm macht, ist u. a. seine feste Überzeugung, dass vor Gott alle Menschen gleich sind.

Für einen bettelarmen Schwarzen in der Mitte des letzten Jahrhunderts ist diese Überzeugung nicht leicht zu leben.

Die Widerstände sind enorm. Doch Carver gibt einfach nicht auf. Gesegnet mit vielen Gaben und einem demütigen Wesen wird er zu einem Segen für die Landwirtschaft der südlichen USA im Allgemeinen und der kleinen, schwarzen Farmer im Besonderen.

Eine Anekdote über Carvers Kindheit

Das alles erzähle ich, um den Rahmen für eine kleine Anekdote zu schaffen, die mir zu Ohren gekommen ist. Hier erzählt Carver sie in seinen eigenen Worten:

Als ich ein kleiner Junge war, sagte ich zu Gott: „Gott, erkläre mir die Geheimnisse des Universums!“ Doch Gott antwortete: „Nein, George, dieses Wissen ist allein mir vorbehalten.“ „Okay“, sagte ich, „aber dann verrate mir doch bitte wenigstens die Geheimnisse der Erdnuss!“ Da sagte Gott: „Nun, George, das ist eher deine Größe …“ Strahlend sieht Carver seine Zuhörer an: „Und dann erzählte er sie mir.“

George Washington Carver
Demut ist die Schwester der Liebe – George Washington Carver hat dieses Prinzip in seinem Leben zum Ausdruck gebracht. (Bild von Frances Benjamin Johnston auf Wikipedia)

Carvers Bekehrung und andauernde Liebe zu Jesus

Carver hatte bei seinem Start ins Leben denkbar schlechte Voraussetzungen. Die Welt machte es ihm nicht leicht, gesellschaftliche und gesundheitliche Schwierigkeiten begleiteten ihn ein Leben lang.

Aber Gott lenkt … und ein gläubiger Mensch kann Gottes Wirken in Carvers Leben erkennen. Er war mit zahlreichen Talenten ausgestattet und Gott führte ihn auf Wegen, die es ihm erlaubten, diese Talente zum Wohle seiner Mitmenschen zu entwickeln und einzusetzen.

Können Glaube und Wissenschaft nebeneinander existieren?

Carver sagte: „Ja, natürlich!“ Er war sich sicher, dass ein Mensch sowohl an Gott als auch an die Wissenschaft glauben kann. Und durch sein Leben hat er die Richtigkeit dieser Überzeugung bewiesen. Mehr noch … er hat sie vorgelebt.

Schon als kleiner Junge fand Carver zum Glauben und die Liebe zu Jesus Christus blieb ihm sein Leben lang erhalten.

In der englischsprachigen Wikipedia gibt es den Auszug eines Briefes von G.W. Carver aus dem Jahr 1931. Darin beschreibt er in einfachen Sätzen, wie er zu Gott gefunden hat:

Ich war bei meiner Bekehrung noch ein kleiner Junge, kaum zehn Jahre alt. Es gibt keine große Geschichte dazu. Gott kam einfach eines Nachmittags in mein Herz, als ich allein auf dem „Dachboden“ unserer großen Scheune war, während ich Mais schälte, um ihn zur Mühle zu tragen und zu Mehl zu mahlen.

Ein lieber kleiner weißer Junge, einer unserer Nachbarn, etwa in meinem Alter, kam an einem Samstagmorgen vorbei und erzählte mir im Gespräch und beim Spielen, dass er morgen früh in die Sonntagsschule gehen würde. Ich wollte unbedingt wissen, was eine Sonntagsschule ist. Er sagte, dass dort Lieder gesungen und gebetet wird. Ich fragte ihn, was ein Gebet sei und was sie sagten. Ich weiß nicht mehr, was er sagte; ich weiß nur noch, dass ich, sobald er weg war, auf den „Dachboden“ kletterte, mich neben das Kornfass kniete und betete, so gut ich konnte. Ich weiß nicht mehr, was ich gesagt habe. Ich weiß nur noch, dass ich mich so gut fühlte, dass ich mehrere Male betete, bevor ich aufhörte.

Mein Bruder und ich waren die einzigen farbigen Kinder in der Nachbarschaft, und natürlich konnten wir weder in die Kirche noch in die Sonntagsschule noch in irgendeine andere Schule gehen.

Das war meine einfache Bekehrung, und ich habe versucht, den Glauben zu bewahren.

G.W. Carver; Brief an Isabelle Coleman; 24. Juli 1931
George Washington Carver Glaube
Unterschrift von George Washington Carver

George Carver: Sein Glaube und seine Überzeugungen

Bei vielen Gelegenheiten machte er deutlich, dass es die Liebe zu Jesus ist (und zwar nur diese Liebe), weshalb er überhaupt ein guter Wissenschaftler sein kann.

Die Anekdote, die ich weiter oben auf der Seite erzähle, fusst auf einer Begebenheit, die im Buch „George Washington Carver: His Life & Faith in His Own Words“ (deutsch: George Washington Carver: Sein Leben und Glaube in seinen eigenen Worten) erwähnt wird.

Einmal durfte Carver vor dem US-Repräsentantenhaus in Washington D.C. aussagen. Es ging um seine Erfolge in der Nutzbarmachung der Erdnuss. Carver nutzte seine kurze Redezeit von 10 Minuten so gut, dass der Ausschuss ihn bat, weiterzusprechen. Man sagt, dass seine anschließenden Ausführungen insgesamt fast zwei Stunden gedauert haben.

Aber der Ausschuss war fasziniert. Am Ende seiner Rede fragte ihn der Vorsitzende deshalb, woher er sein ganzes Wissen habe.

Carver antwortete: „Aus einem alten Buch“.

„Welches Buch?“ fragte der Vorsitzende.

„Die Bibel.“

Der Vorsitzende ist erstaunt: „In der Bibel steht etwas über Erdnüsse?“

„Nein, Sir“, antwortete Dr. Carver, „aber die Bibel erzählt von dem Gott, der die Erdnuss gemacht hat. Ich habe ihn gebeten, mir zu zeigen, was ich mit der Erdnuss tun soll … und er hat es getan.“

Carvers Glaube war fest und unerschütterlich. Glaube war für ihn keine „Theorie“, die allenfalls am Sonntag im Gottesdienst gezeigt wird. Für ihn war der Glaube Basis und Fundament seiner Arbeit.

Ein Leser des o.g. Buches schrieb: „Ich war gefangen von dem einfachen Glauben dieses Mannes und seiner Freude an Gott, während er die ihm aufgetragene Arbeit verrichtete.“

Kann man das auch über uns sagen? Ich würde es mir wünschen …

Zitate und Äusserungen

Gott, der Schöpfer ist immer bei uns

„Als ich als kleiner Junge die fast unberührten Wälder des alten Carver-Anwesens erkundete, hatte ich den Eindruck, dass schon jemand vor mir dort gewesen war. Alles war so geordnet, so sauber, so harmonisch und schön. Einige Jahre später sollte ich in denselben Wäldern die Bedeutung dieses jungenhaften Eindrucks verstehen. Denn ich war praktisch überwältigt von dem Gefühl einer großen Gegenwart. Es war nicht nur jemand da gewesen. Jemand war da, jetzt, in diesem Augenblick …“

Später las Carver in der Bibel den folgenden Vers: „… denn in ihm leben wir und bewegen wir uns und sind wir …“ (Apostelgeschichte 17, 28). Er wußte genau, was der Schreiber meinte: „Seitdem war ich nie mehr ohne dieses Bewusstsein, dass der Schöpfer zu mir spricht.“

Bekanntes Zitat von George W. Carver

Der wiedergeborener Mensch und sein Dienst

„Meine Einstellung zum Leben war auch meine Einstellung zur Wissenschaft. Jesus sagt, man müsse wiedergeboren werden, man müsse wie ein kleines Kind werden. Man darf sich von keiner Trägheit, keiner Angst und keinem Starrsinn von seiner Pflicht abhalten lassen.“

Carver war der Meinung, dass der Mensch durch seine Wiedergeburt die Energie und Kraft bekommt, sich von nichts in der Ausübung seiner Pflicht abhalten zu lassen. Und er hat recht! Mit der Wiedergeburt bekommen wir den Heiligen Geist geschenkt, der in uns wirkt. Dieser Geist macht uns stark und kann manche Veränderung in uns bewirken.

Das (Lebens-) Ziel des (gläubigen) Menschen

Carver sagt: „Mein Ziel muss allein das Ziel Gottes sein – das Wohlergehen und Glück seines Volkes zu mehren. Die Natur wird kein Vakuum zulassen. Es muss mit etwas gefüllt werden. Die menschliche Not ist in Wirklichkeit ein großes geistiges Vakuum, das Gott zu füllen sucht …“

Der große Wissenschaftler sah sich selbst als Vermittler. Mit der einen Hand in der Hand eines bedürftigen Mitmenschen und der anderen in der Hand Christi kann er das Vakuum überwinden.

Denk nur an den Vers: „Alles vermag ich durch Christus, der mich stark macht.“ (Philipper 4, 13). Bekommt dieser Vers in dieser Betrachtungsweise nicht noch einmal eine andere, tiefe Bedeutung?

Liebe siegt

Gott wirkt durch uns Menschen

Ich persönlich finde das folgende Zitat von George W. Carver wunderschön:

„Während ich an Projekten arbeitete, die ein echtes menschliches Bedürfnis erfüllten, wirkten Kräfte durch mich, die mich erstaunten. Oft schlief ich mit einem scheinbar unlösbaren Problem ein. Als ich aufwachte, war die Antwort da.“

Einige Male durfte ich etwas Ähnliches auch schon erleben. Glaube mir, das ist mit das Schönste, was dir passieren kann! Du spürst, dass Gott dich als sein Werkzeug gebraucht hat … phantastisch.

Stationen im Leben von George W. Carver

Carver wurde als Sklave in der Nähe von Diamond Grove im US-Bundesstaat Missouri geboren. Es ist nicht genau bekannt, wann er geboren wurde, da von seinem Besitzer keine genauen Aufzeichnungen geführt wurden. Die meisten Historiker glauben jedoch, dass sein Geburtsdatum zwischen 1864 oder 1865 liegt.

Der Besitzer von George und seiner Familie (Mutter und Geschwister) war der deutsche Einwanderer Moses Carver. Sein Vater ist unbekannt. Die Sklaven wurden auf auf dem Carver-Besitz menschlich behandelt.

Die Entführung durch eine Bande von Verbrechern, die ihn und seine Familie anderswo wieder verkaufen wollten, hat bei Carver ein chronische Bronchitis ausgelöst. Die Folgen in Form einer geschwächten körperlichen Verfassung begleiteten ihn ein Leben lang.

Gott sendet. Wollen wir empfangen

Carvers Kindheit

Schon als Jugendlicher war er nicht in der Lage, die schwere Feldarbeit zu leisten. Stattdessen streifte er viel in der Natur umher und interessierte sich für die Pflanzen in ihrer wilden Vielfalt. Im Laufe der Zeit eignete er sich auf diese Weise ein immenses botanisches Wissen an. Nachbarn nannten ihn „den Pflanzendoktor“.

Nach dem Ende der Sklaverei haben die Carvers George und seinen Bruder adoptiert (daher auch sein Nachname). Die Adoptiveltern erkannten das Talent von George und förderten sein Bildung. Allerdings zog es George schon mit zwölf Jahren in die Welt hinaus. Er verliess das „elterliche“ Anwesen und zog in eine andere Stadt, um dort in die Schule zu gehen.

Carvers Laufbahn zum Botaniker

Im Alter von ungefähr 23 Jahren kam Carver zum Simpson College in Indianola. Dort fiel er dem Direktor des Iowa State College Department für Gärtnerei, Joseph Budd, durch seine praktischen Arbeiten im Garten auf.

Im Jahr 1891, Carver war zu diesem Zeitpunkt ca. 27 Jahre alt, schrieb er sich als erster schwarzer Student an der am Iowa State College für Landwirtschaft und Kunsthandwerk (heute: Iowa State University) in Ames (Iowa) ein.

Carver bewies während seines Studiums große Fähigkeiten im Gärtnern und in der Botanik. Seinen Bachelor-Abschluss machte er im Jahr 1894, da war er ca. 30 Jahre alt. Seine Professoren ermutigen ihn, an der Universität zu bleiben. Kurz darauf wurde Carver als erster Afroamerikaner an die Fakultät berufen. Zu verdanken hat er diese Berufung seine aussergewöhnlichen Fertigkeiten in der Pflanzenzüchtung.

Tuskegee University George Washington Carver Museum
Das George Washington Carver Museum an der Tuskegee University. Von Skegeepedia – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Carvers Karriere

In den nächsten zwei Jahren an der Universität veröffentlichte George Carver diverse Artikel über seine Arbeiten in den Bereichen Pflanzenheilkunde und Mykologie (Wissenschaft von den Pilzen). Dadurch gewann er auch national an Aufmerksamkeit und Anerkennung.

Im Alter von ungefähr 32 Jahren machte er seinen Master-Abschluss.

Anschließend wechselte er als Leiter der landwirtschaftlichen Abteilung an Tuskegee Institute. Die Tuskegee University wurde 1881 von Booker T. Washington für schwarze Studenten gegründet, denen die Zulassung an traditionellen Universitäten verweigert wurde. Die Universität liegt in Tuskegee (Alabama) und existiert auch heute noch, steht mittlerweile jedoch allen Bevölkerungsgruppen offen.

Weitere Ressourcen zu George W. Carver

Ein ausführliche Beschreibung zu seiner Kindheit und seinem Werdegang findest du im deutschsprachigen Wikipedia-Artikel zu George Washington Carver.

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