Der kleine Junge und die Quadriga

Ein kleiner Junge steht vor dem Brandenburger Tor.

Aufmerksam betrachtet er die Quadriga und kaut dabei auf seiner Unterlippe. Dann fasst er sich ein Herz und geht zu einem Wachmann, der am Fuß dieses eindrucksvollen Bauwerks steht.

„Du, ich möchte die Figur da oben kaufen.“ Ruhig schaut der Kleine dem Wachmann in die Augen. 

Dieser beugt sich ein wenig hinunter und fragt: „Wie viel Geld hast du denn?“ 

Der Junge greift in seine Tasche und holt eine Zwei-Euro-Münze heraus.

„Tut mir leid, Junge, das ist nicht genug.“

„Ach, das habe ich mir schon gedacht“, sagt der Junge, greift abermals in seine Tasche und holt zwei 20-Cent-Münzen heraus. „Deshalb habe ich noch ein wenig mehr mitgebracht.“

Strahlend sieht der Junge den Wachtmann an. Eine Frau mit einem taubenblauen Mantel geht vorbei und sieht den Jungen vorwurfsvoll an.

Der Wachmann geht in die Knie und sagt: „Du musst drei Dinge verstehen:

  1. Zwei Euro und vierzig Cent sind nicht genug, um die Quadriga zu kaufen. Zwei Millionen sind nicht genug und nicht mal vierzig Millionen sind genug.
  2. Die Quadriga steht nicht zum Verkauf.
  3. Wenn du ein deutscher Staatsbürger bist, dann gehört dir die Quadriga ohnehin schon.“

Der kleine Junge nickt bedächtig und geht mit gesenktem Kopf zum anderen Ende des Bogens, wo seine Eltern lächelnd auf ihn warten. Freundlich nicken sie dem Wachmann zu …

Die Geschichte ist hier zu Ende.

Und natürlich steckt mehr in ihr, als du vielleicht vermutet hast. Die drei Punkte, die der Wachmann dem Jungen aufgezählt hat, kann man auch auf die Vergebung anwenden:

Es sind drei Dinge, die wir über Vergebung verstehen müssen:

  1. Wir können sie nicht verdienen oder erarbeiten.
  2. Vergebung ist nicht käuflich. Sie wird uns geschenkt.
  3. Wenn wir zu Jesus gehören, dann haben wir sie bereits.

Diese Geschichte als pdf herunterladen



Zurück zu „Geschichten zur Vergebung“     Zurück zu „Alle Geschichten“