Markus Evangelium – Jesus verkündet die Herrschaft Gottes

Markusevangelium Markus 1, 14-45 Zusammenfassung

Hauskreis am 11.02.2021

Dieser "zweite Teil" von Kapitel 1 schildert Jesu öffentliches Auftreten (seine Vorbereitung in der Wüste ist abgeschlossen) und eine schnelle Reihe von Ereignissen. Das Volk reagiert schnell und begeistert auf Jesus.

Ähnlichkeiten in (Markus 1, 1-13) und diesem Teil Markus 1, 14-45

Zwischen den Ereignissen von Teil 1 und 2 liegt eine Zeitspanne von ca. einem Jahr

Ereignis, Stille … und dann kommt der Protagonist

Prophezeiung aus dem Alten Testament bzw. Verhaftung von Johanes der Täufer

Der Protagonist taucht "unvermittelt" auf

Johannes der Täufer bzw. Jesus

Es geht sofort zur Sache

Markus 1, 7 "Nach mir kommt einer, er ist stärker als ich …" bzw. Markus 1, 15 "Das Reich Gottes ist gekommen!"

Storytelling im Markus-Evangelium

Beim Geschichten-Erzählen gilt: Wenn ich eine große Geschichte erzähle, brauche ich "kleine Momente", mit denen sich der Leser verbinden kann, die er persönlich miterleben kann (Storyworthy216). So kann ich ihn emotional erreichen und binden.

Dieser Teil hat einen solchen Moment: Markus 1, 21-38: Hier wird ein Tag geschildert, ein Sabbat:

Jesus lehrt in der Synagoge

die Menschen erkennen ihn ihm einen "vollmächtigen Lehrer"; er ist nicht wie die Schriftgelehrten

durch die Austreibung des bösen Geistes sind die Menschen "erstaunt und erschrocken": Jesus hat große Macht!

Der Dämon selber erkennt ihn als das, was er ist: der Heilige Gottes.

Jesus heilt die Schwiegermutter von Simon

Augenzeugenbericht: … er ergriff sie bei der Hand …

eine kleine Gruppe von fünf Personen, die dem Leser "persönlich bekannt" sind

Ich teile die zweiten Teil in sechs Episoden ein:

Markus fasst die Botschaft Jesus zusammen (in Markus 1, 15) und beschreibt das Wesen des Dienstes Jesu Dienst

Zweimal die gleiche Reihenfolge von drei Diensten (nach der Berufung der ersten Jünger)

Jesus lehrt (Markus 1, 21 und Markus 1, 39)

Jesus treibt Dämonen aus (Markus 1, 23-26 und Markus 1, 39)

Jesus heilt Menschen (Markus 1, 31 und Markus 1, 41)

1 Jesu erstes öffentliches Wirken in Galiläa

Markus 1, 14+15

Galiläa: kleine Provinz mit ca. 350Tsd Menschen (100Tsd Juden) im Norden Palästinas.Ländliche Region, hinterwäldlerisch, nachlässig in religiösen Dingen.

Jesu Botschaft! Der Messias tritt in die Geschichte (nicht nur Israels) ein.

Die Versprechungen Gottes erfüllen sich. Juden erwarten erfolgreichen Kriegsherren, der sie vom Joch der Römer befreit und Jerusalem zur Hauptstadt der Welt macht.

Sogar seine Jünger erkannten erst nach seinem Tod und seiner Auferstehung die Tatsache, dass Jesus eine völlig andere Art von Königsherrschaft Gottes brachte.

2 Die Berufung der ersten Jünger

Markus 1, 16-20

"Folgt mir nach!" Simon und Andreas kannten wohl das Vorgehen der Rabbis, eine Gruppe von Schülern um sich zu scharen.

"Ich will euch zu Menschenfischern machen." beschreibt den Fischer verständlich ihre Aufgabe: Menschen für Gott gewinnen.

Vermutlich haben die Fischer durch Jesu Predigten in Galiläa schon von ihm und seiner Botschaft gehört. Dennoch gehört großes Vertrauen und viel Mut dazu, alles stehen und liegen zu lassen. Damals starb man im Regelfall dort, wo man auch geboren war.

3+4 Ein Sabbat in Kapernaum

3 In der Synagoge

Markus 1, 21-28

Erster öffentlicher Auftritt Jesu im Beisein seiner ersten vier Jünger in einer Synagoge.

Geopfert wurde nur im Tempel in Jerusalem; in den Synagogen trafen sich die Juden wöchentlich zum Gottesdienst und zur religiösen Unterweisung. Jeder Mann konnte dort sprechen, wenn der Synagogenvorsteher es erlaubt.

Böser Geist: bösartige, übernatürliche Macht, die Menschen unter ihre Kontrolle bringt. Durch die Besiegung des Dämonen (Heer Satans) beweist Jesus seine Macht über den Teufel. Hier findet die Eröffnungsschlacht statt von einem Kampf, den Jesus bis zu seinem Tod führt.

Damals glaubte man, durch die Kenntnis der wirklichen Identität einer Person Macht über diese Person zu erlangen. Deshalb spricht der Böser Geist Jesus mit seinem menschlichen Namen und seinem göttlichen Titel an.

Die Dämonen erkennen Jesus sofort als den Sohn Gottes!

Die Leute entsetzten sich (waren erschrocken). In diesem Ausdruck schwingen Begeisterung , Aufregung und Furcht (Angst) mit:

über Jesu ungewöhnliche Kraft seiner Lehre

über die Macht von Jesu Taten

es ist kein Wunder, dass die Menschen von ihm rumerzählen und Jesus bald bekannt ist wie ein "bunter Hund".

4 Das Haus von Simon Petrus

Markus 1, 29-37

Augenzeugenbericht des Petrus ("ergriff sie bei der Hand")

Sofortige und vollständige Heilung ("das Fieber verließ sie und sie diente ihnen" > keine Schwäche mehr vorhanden)

Nach Sonnenuntergang kommen die Menschen: Die Versorgung von Kranken ist am Sabbat verboten

Jesus trieb viele Dämonen aus: ein einfaches Wort, ein einfacher Befehl von ihm genügt (keine Formeln oder Rituale)

Jesus verbietet den Dämonen das Sprechen, damit die Menschen erst erkennen, welche Art von Messias er ist: nicht der erwartete militärische "Führer", sondern der Friedenbringer Gottes.

beten Hier, mitten in seinem großen Erfolg, macht Jesus deutlich, wie abhängig er von Gott als der Quelle seiner Kraft ist.

5 Predigen in ganz Galiläa

Markus 1, 38+39

Der Sabbat und die darauffolgende Nacht sind vorbei. Dies war ein unglaublich angefüllter Tag für Jesus!

Jesus nennt seine Hauptaufgabe: Die Verkündigung des Reiches Gottes (siehe Vers 14+15)

Vor diesem Tag hat er scheinbar schon vereinzelt in Galiläa gepredigt (am Galiläischen Meer), nun predigt er in den Synagogen von "ganz Galiläa" (und treibt böse Geister aus)

6 Heilung eines Aussätzigen

Markus 1, 40-45

Erneut Kampf mit dem Bösen (auch Krankheit ist letztlich eine Ausdrucksform einer von Gott abgefallenen und damit der Macht des Bösen verfallenen Welt)

Lepra ist ein besonders eindrückliche Illustration der Wirkungsweise des Bösen. Sie ist gekennzeichnet von fortschreitender Zersetzung im leiblichen und – als Folge der sozialen Isolation – auch oftmals im seelischen Bereich. Böse Sünde Folge der Sünde

Der Kranke kommt zu Jesus (was verboten ist) und das menschliche Leid ruft bei Jesus eine tiefe emotionale Reaktion hervor. Jesus berührt den Kranken (erneut: Augenzeuge!), was auf diesen einen überwältigende Eindruck gemacht haben muss: mit der Berührung riskiert man eine Ansteckung und macht spirituell unrein (für eine Zeit erfolgt der Ausschluss von der Teilnahme am religiösen Leben der Gemeinschaft).

In 3 Mose 14, 1-32 wird das Prozedere beschrieben, mit dem ein Leprakranker wieder rein erklärt wird. Das ist lebenswichtig, denn es ermöglicht die Rückkehr in die Gesellschaft.

Der Geheilte kann vor Freude nicht an sich halten und erzählt allen Menschen von seiner Heilung (obwohl Jesus ihm gesagt hat, es nicht zu tun).

Jesus weicht vor den Menschenmassen in die Wüste aus, doch auch dorthin folgen sie ihm. Jesus ist bei den einfachen Menschen (dem Volk) ausserordentlich bekannt und beliebt.

Der Text beginnt in der Einsamkeit und er endet in der Einsamkeit.

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