Markusevangelium – Streitgespräche

Markusevangelium Markus 2, 18 – 3, 6 Zusammenfassung

Die Pharisäer

Eine kleine, aber einflussreiche religiöse Gruppe (zur Zeit des Herodes etwas 6.000 Personen).

Ihr oberstes Ziel: Das religiöse Gesetz in allen Einzelheiten kennen und beachten.

Als Ausdruck ihrer Frömmigkeit aßen die Pharisäer montags und donnerstags nichts zwischen 6 und 18.00 Uhr

Der Sabbat

Der siebte Tag der Woche: Samstag ()denn die Woche beginnt am Sonntag).

Er beginnt am Freitagabend bei Sonnenuntergang und endet am Samstagabend bei Sonnenuntergang.

In den Zehn Gebote ist für den Sabbat die Ruhe von aller Arbeit gefordert 2 Mose 20, 8-11

Warum gibt es den Sabbat ? 2 Mose 20, 11

Der Menschensohn

Die Selbstbezeichnung, die Jesus am häufigsten für sich selber wählt.

Muttersprache von Jesus: Aramäisch

In dieser Sprache bedeutet dieser Ausdruck keinen Titel, sondern einfach "Sohn des Menschen" (wie bei uns im Deutschen auch).

In Daniel 7, 13 ist dieser Ausdruck allerdings ein messianischer Titel. Durch die Benutzung dieses farblosen, allgemeines Ausdrucks (auch wenn er eine messianische Bedeutung hatte) war es Jesus möglich, neu zu definieren, wie Er seinen Auftrag als Messias versteht.

Einteilung in drei Teile:

Junger Wein gehört nicht in alte Schläuche Markus 2, 18 – 2, 22

Jesus benutzt insgesamt drei Bildworte

Ein Bildwort für: Jesus ist der Entscheidende; wenn ER da ist, endet das Gesetz und die "Pflicht"

Arme Leute hatten nur wenig Abwechslung, Hochzeit gehört dazu.

Hochzeitspaar feiert eine ganze Woche (statt Hochzeitsreise). Während dieser Zeit war jeder von den meisten religiösen Pflichten befreit (z.B. auch dem Fasten).

"Bräutigam entrissen": weist auf Jesu Tod voraus.

Markus 2, 21+22

Zwei Bildworte für: Jesu neuer Weg ist nicht vereinbar mit dem alten Weg der Pharisäer.

Neues Stück Stoff auf altem Kleid hält nicht (neuer Stoff reisst den alten auseinander; es findet keinen Halt, der Riss wird höchstens noch größer)

Junger Wein in alten Schläuchen klappt nicht (junger Wein gärt und reisst den alten, spröden Schlauch auseinander)

In beiden Bildworten ist das Neue und das Alte verloren: Das Alte geht vollkommen kaputt, weil es unter dem Neuen nachgibt. Das Neue ist "übermächtig" und "zerstört" das Alte, es findet dort keinen Halt und geht haltlos verloren

Gedanke: Deshalb ist die Wiedergeburt notwendige Voraussetzung für die Rettung . Im "alten Ich" kann die neue Erkenntnis nicht haften, nicht wachsen. (siehe Johannes 3, 3 und Johannes 3, 5 Nikodemus )

Jesus ist Herr über den Sabbat Markus 2, 23 – 2, 28

Die Jünger reißen Ähren aus. Ist das nicht Diebstahl? 5 Mose 23, 25+26 -> Solches Handeln ist kein Diebstahl!

Mundraub – Diebstahl oder Unterschlagung von wenigen Nahrungsmitteln oder Verbrauchsgegenständen von geringem Wert. Dieser Straftatbestand wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1975 abgeschafft, sodass heute die höheren Strafen für Diebstahl oder Unterschlagung verhängt werden können. Abkehr von Gott

Warum regen sich die Pharisäer auf? Es ist die "Arbeit", die mit dem Pflücken verbunden und nach dem mosaischen Gesetz verboten ist.

Die Pharisäer haben 39 am Sabbat verbotene Arbeiten Melachot . Von denen stehen nur vier in der Bibel (Pflügen und Ernten 2 Mose 34, 21, Feuer anzünden 2 Mose 35, 3, Verlassen der Wohnung bzw. des Aufenthaltsortes 2 Mose 16, 29). Der Rest stammt aus der Mischna , der mündlichen Überlieferung.

Geschichte von David und den geweihten Broten

1 Samuel 21, 1-6

David tut, was ungesetzlich ist 2 Mose 25, 30. Er schafft damit einen Präzedenzfall, der klar macht, dass die Beseitigung menschlicher Not über die Einhaltung eines Gesetzes geht.

Jesus sagt: Der Sabbat ist für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Sabbat.

Gedanke: Das Gesetz ist für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für das Gesetz. Das Gesetz ist kein Selbstzweck, keine "Schikane", die uns Gott auferlegt. Es schützt uns (vor uns selber) und will unser Bestes. Es setzt uns Grenzen, die wir besser nicht übertreten. Aber : menschliche Not rechtfertigt eine Übertretung, aber auch nur menschliche Not.

Markus 2, 27

Es waren soviele Gesetze zum Schutz des Sabbats aufgestellt worden, dass er vom Segen zur Last geworden war. Jesus möchte die ursprüngliche Bedeutung (den Willen Gottes) wieder herstellen.

Dieser Vers ist einer der wenigen, die ausschließlich im Markusevangelium zu finden ist.

Jesus heilt am Sabbat Markus 3, 1 – 3, 6

Dies ist die fünfte Begebenheit, in der Jesus mit den Pharisäern aneinandergerät. Sie endet damit, dass die Pharisäer Ihn töten wollen. Auffällig: Schon zu Beginn dieser Begebenheit sind sie "in Lauerstellung" und warten nur "auf einen Fehler".

Die religiösen Führen fragen Jesus nicht weiter, sie beobachten Ihn. Sie wollen sehen, ob Sein Verhalten weiterhin das Gesetz missachtet. (Diese Haltung zeigt, dass sie Seine Erklärungen nicht verstanden haben.)

Im Namen der Frömmigkeit werden Grundbedürfnisse des Menschen den menschlichen Traditionen untergeordnet, sogar geopfert.

Verkrüppelte Hand: ist nicht lebensgefährlich. Nach ihrer Auslegung des Gesetzes darf dieser Mann am Sabbat nicht geheilt werden; am nächsten Tag ist das allerdings kein Problem

Ungeheuerlich: Die Pharisäer sind kein bisschen erstaunt darüber, dass Jesus heilen kann. Stattdessen werfen sie Ihm vor, Ihre Auslegung zu missachten. (Hier fehlt auch die Demut , eigene Auslegungen anzuzweifeln.)

Das erinnert mich ein wenig an ihren Spott bei Jesu Kreuzigung: "Anderen hat er geholfen und kann sich selber nicht helfen. Matthäus 27, 42

Frage: Wo liegt der Widersinn in Markus 3, 4-6?

Jesus tut das Gute und wird dafür gehasst.

Die Pharisäer verwechseln das Gesetz mit dem Guten. Sie stellen das Gesetz über das Gute und tun damit das Böse: Sie trachten Jesus nach dem Leben.

Die Pharisäer tun am Sabbat Böses! Sie verletzen damit den tiefen Sinn aller Sabbat-Gebote.

Frage: Wodurch unterscheidet sich Jesus von den Pharisäern? Markus 3, 5+6

Jesus fällt ein Urteil über die Pharisäer, ist zornig und zugleich zutiefst betrübt über ihr verstocktes Herz.

Die Pharisäer fällen ein Urteil über Jesus und dieses Urteil hat die Todesstrafe zur Folge.

Anhänger des Herodes

eine politische Gruppierung von einflussreichen Juden, die mit Herodes sympathisieren. Werden normalerweise von den Pharisäern als Verräter betrachtet, als gottlos und unrein (Kontakte zu den Römern und Heiden). Allerdings besitzen sie eine gewisse Macht, Todesurteile zu erwirken. Deshalb suchen die Pharisäer dieses Bündnis.

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