Die bedauerliche Sarah, die vor ihrer Schuld nicht fliehen konnte

Gibt es Dinge, die du bedauerlich findest?

Viele antworten jetzt mit solchen Dingen wie „Ja, die letzten Wahlergebnisse.“ oder „Klar, dass ich nicht schon mit 30 in Rente gehen kann.“

Aber das sind Kleinigkeiten.

Beim Stöbern im Internet bin ich auf eine extrem bedauerliche Begebenheit gestoßen: das Leben von Sarah.

Sarah lebt im späten 19. Jahrhundert in den USA. Sie ist unglaublich reich, eine der reichsten Frauen ihrer Zeit … und wird jeden Tag reicher. Sie ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Ostküste, ihr Name öffnet Türen und heute würde man vielleicht sagen: Sie ist bestens vernetzt.

Sarah hat alles, was ein Mensch sich nur wünschen kann. Und sogar noch mehr. Ihr Leben ist ein Traum, die Welt liegt ihr zu Füßen. Und deshalb ist Sarah eine glückliche Frau, richtig?

Falsch.

Erst stirbt ihre Tochter, dann stirbt ihr Mann. Plötzlich ist sie allein mit ihrem Namen, ihrem Geld … und ihrem Bedauern. Eine große Schuld belastet sie. Vorher ist ihr das gar nicht aufgefallen, dafür war sie viel zu abgelenkt.

Aber jetzt ist still …

So still, dass sie es nicht aushält. Sie flieht. Sie verlässt die Ostküste und zieht quer über den Kontinent nach Kalifornien. Dort kauft sie eine Farm im Santa Clara Valley. Sie bestellt Dutzende Handwerker und beginnt, das Haus umzubauen. Oder, um genauer zu sein, sie erweitert das Haus: Aus den ursprünglich acht Zimmern entsteht ein riesiges Gebäude mit 161 Räumen und 1.000 Fenstern. Doch es ist kein „normales“ Haus … das Anwesen wimmelt von Geheimgängen und versteckten Zimmern. Es gibt Treppen, die an Mauern enden und Türen, hinter denen sich ein Abgrund auftut. 

Die Bauarbeiten beginnen im Jahr 1884 und enden erst mit Sarahs Tod im September 1922. Genutzt hat es ihr nichts …

Ihre Schuld ist die ganze Zeit dabei.

Sarah ist eine Getriebene. Sie hat panische Angst vor den Geistern der Toten, für die ihre Familie die Verantwortung trägt. Sie fürchtet ihre Rache. Das Haus baut sie, um sich vor den Geistern zu verstecken. Jede Nacht schläft sie in einem anderen Zimmer, damit die Geister sie nicht finden.

Manche Menschen sagen, Sarah wird durch ihr schlechtes Gewissen geplagt.

Andere sagen, sie ist einfach nur eine exzentrische Millionärs-Witwe, die nicht weiß, wohin mit ihrem ganzen Geld.

Ich denke, Sarah ist ein bedauernswerter Mensch, der mit seiner Schuld nicht klarkommt. 

Ihren Reichtum hätte Gott liebend gerne für seine guten Werke gebraucht. Aber Sarah ist nicht frei. Sie trägt eine Schuld auf den Schultern, die sie bis an ihr Lebensende nicht loslässt. Diese Schuld hält sie gefangen, bindet sie und bestimmt ihr Leben.

Sie wird ihre Schuld nicht los.

Glaubst du, dass jemand, der auf der verzweifelten Suche nach Seelenfrieden ein solches Haus baut, auch nur einen Tag glücklich ist?

Bedauerlich ist, dass sie all den Reichtum, den Gott ihr schenkt, für angstgetriebene Hirngespinste verschwendet.

Noch bedauerlicher ist, dass die nicht erkennt, wie sie schon zu Lebzeiten von ihrer Schuld frei werden kann. Und wie sie dadurch zum Segen für viele andere Menschen werden kann.

Am bedauerlichsten aber ist, dass die Schuld sie auch über ihr Lebensende hinaus bindet. Das ist die wahre Tragik.

Wenn wir sterben, ist „es“ nicht vorbei. Eher im Gegenteil. Wir nehmen unsere Schuld mit in die Ewigkeit. Und dort haben wir keine Möglichkeit mehr, sie abzugeben. Sie wird uns in alle Ewigkeit belasten. Die Bibel nennt diesen Zustand Hölle.

Wir kommen zum Ende …

Zwei Fragen sind noch offen:

1.) Wer ist Sarah?

Die Geschichte ist kein Märchen. Sarah hat tatsächlich gelebt. Ihr Nachname war Winchester.

Wenn dir das jetzt nichts sagt: In den USA sagt man, die Winchester ist „das Gewehr, das den Westen gewann“. Diese Waffe machte Sarah unermesslich reich. Du hast bestimmt schon eine Winchester gesehen. Es gibt kaum einen Western, in dem sie nicht zu sehen ist.

Sarah Winchester verdankt dem Winchester Gewehr ihr Vermögen.
Eine typische Winchester, die Sarah Winchester reich gemacht hat

2.) Wie hätte Sarah ihre Schuld zu Lebzeiten loswerden und ein glückliches Leben führen können?

Einfach …, indem sie mit ihrer Schuld zu Jesus geht. Jesus hat für jede einzelne Schuld jedes einzelnen Menschen bezahlt. Auch für Sarahs. Und für deine und meine. Wir alle dürfen mit unserer Schuld, unserer Reue, unserem Bedauern zu ihm gehen.

Vertraue Jesus deine Schuld an … und du wirst frei sein, denn er trägt sie für dich.

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